• Ellipsis Newsletter / Mai 2019

    Rückblick Ellipsis BeraterKongress Sachsen 2019

     

    Ein rundum positives Feedback unseres ausgebuchten 13. BeraterKongresses Sachsen - das ist das Fazit, welches uns bereits jetzt schon voller Elan auf den 22. April 2020 blicken lässt. Dann erneut in Dresden und auch wieder im Steigenberger Hotel de Saxe.

     

Dass das Stichwort "Digitalisierung" nicht mehr aus aktuellen wirtschaftlichen Beiträgen bzw. Vorträgen wegzudenken ist, ist inzwischen fast schon selbstverständlich und fester Bestandteil der jeweiligen Thematik.

Somit lässt sich die "Lust auf Veränderung – Sich selbst in Frage stellen", wie Hartmut Fiedler (Mugler AG) seinen Vortrag nannte, auf den Nenner bringen, dass Routinen als "unser täglich Brot" die Handlungen des Alltags bestimmen müssen. Allerdings auch (strategisch) angepasst mit Neuem, welches Stück für Stück Bestandteil der neuen Arbeitsweise werden muss. Diese Anpassung(en) bedeuten Geduld, da Bestehendes nur langsam von neuem Bestehenden abgelöst werden kann. In diesem Zusammenhang wurden auch die Denkweisen des Kaizen und KVP erneut erwähnt, da gerade sie den Arbeitsalltag mit ihren kleinen Schritten erleichtern bzw. verbessern können. Und ein letztes Stichwort: "nudge"...

Das Fazit
des Vortrags von Prof. Dr. Wolfgang Sattler (HTW Dresden) "Never Change the running system – neue Geschäftsmodelle für den Mittelstand" war, dass das "neu denken" im Zusammenhang mit Digitalisierung immer präsent sein sollte. Dazu gehört die nicht ganz einfache Betrachtungsweise von der Meta-Ebene aus auf das bisherige Geschäftsmodell, so dass anschließend neue Geschäftsbereiche erschlossen werden können. Des Weiteren müssen unternehmensbezogen Strategie, Führung, Produkte, (Geschäfts-)Prozesse, Kultur, Mitarbeiter, Leitlinien und Technologie über das Digital Maturity Model kritisch betrachtet werden. Daraus lässt sich dann ein Digitalisierungsgrad ermitteln, der als Grundlage für einen behutsamen "change im running system" genutzt werden kann.

Nach der
ersten Kaffeepause erklärte Markus H. Michalow (BBS GmbH, MBG mbh) diverse Konditionen der Bürgschaftsbank Sachsen sowie der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen. Anschließend sprach er über das erweiterte Angebot der BoB-Bürgschaften. Ziel ist, dass Nachfolgefinanzierungen somit besser gefördert werden können. Aus der Produktpalette der MBG wurde die Mikromezzanin-Beteiligung ausführlich erläutert, danach Ansätze der MBG in Form der stillen oder direkten Beteiligung und abschließend noch die Aufgaben des Technologiegründerfonds Sachsen. Sehr interessant war auch sein Ausblick auf die Auswirkungen von Digitalisierung und Wirtschaftsentwicklung in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Bürgschafts- und Beteilungsbanken.

Manuela Harken
(Sächsische Aufbaubank) sprach nachfolgend über neue Fördermöglichkeiten seitens der SAB, aktuelle Förderpraxis sowie das SAB-Förderportal. Das neue Programm "Regionales Wachstum" kann als "kleiner Bruder" bzw. Ergänzung zum GRW-Zuschuss angesehen werden. Es ist für Unternehmen mit regionalem Produktabsatz, weniger als 50 Mitarbeitern und max. 10 Mio. € Jahresumsatz für Investitionen zur Errichtung, Erweiterung oder Modernisierung einer Betriebsstätte gedacht. Alle weiteren Konditionen finden Sie auf der dazugehörigen Webseite der SAB. Neben dem weiteren neuen Programm "InnoStartBonus" informierte sie auch über Änderungen bzw. Anpassungen im Programm "„Messen und Außenwirtschaft". Hier werden nun in der Regel keine Gemeinschaftsstände mehr unterstützt, es erfolgt eine Beschränkung auf Fachmessen sowie eine Prüfung des Zusammenspiels von Unternehmensgegenstand und Inhalt der Messe. Der letzte große Punkt war das SAB-Förderportal mit der Online-Antragstellung. Diese umfasst derzeit die Gründungsberatung, E-Business/Informationsschutz, Messeförderung, Weiterbildungsscheck betrieblich und individuell. U. a. in Planung sind neben dem Regionalen Wachstum auch Betriebsberatung/Coaching. Als Qualitätssicherer sind wir bei letztgenanntem sehr gespannt und hoffen auf Mitwirkung in der Erarbeitungsphase.

Nach einer kulinarisch erneut anspruchsvollen Mittagspause wandte sich Burkhard Jung (Restrukturierungspartner jwt GmbH & Co. KG) den "Trends in der Unternehmensberatung" zu. Neben der prinzipiell guten Einschätzung der aktuellen Geschäftslage von Unternehmensberatungen durch die Unternehmensberater selbst, ging er mit der nachfolgenden Umsatzdynamik auf die Ambivalenz und die weiteren genannten, relativierenderen Einschätzungen ein. Der Umsatz ist weiterhin steigend, wobei dies vorrangig den "Großen" zu verdanken ist. Die kleineren Beratungsunternehmen hinken hinterher. So war es vielleicht  für einige Besucher umso überlegenswerter, eigene Geschäftsmodellanpassungen vorzunehmen, nachdem Herr Jung gängige und neue Beratungsfelder genauer zu beleuchtete. Strategie-, Organisations-, Prozess-, IT- und HR-Beratung standen 2018 ganz oben auf der Kundenagenda. Erhöhter Digitalisierungsbedarf ließ sich zudem in der Konsumgüter- und Versicherungsbranche ausmachen. Prinzipiell wird für 2019 eine erhöhte Nachfrage bei Transformationsprozessen, Datenschutz und -sicherheit als auch bei IT-Anwendungen & Infrastruktur erwartet. Eine besonders starke Nachfrage soll 2019 aus der Gesundheitsbranche, der TIMES-Branche sowie den Professional Services-Firmen kommen. Ein weiteres Fazit war, dass technische Kenntnisse und ein tiefes Verständnis für den Einsatz neuer, digitaler Tools (speziell für große Beratungsunternehmen) unabdingbar sind. Damit offenbarte sich ein weiteres Problem - Fachpersonalmangel bei den großen und kleineren Beratungsunternehmen; bei letzteren noch verstärkt durch das Aufkommen von Vermittlungsplattformen. An dieser Stelle sei nur eines von vielen Fazits genannt: Um den Großen Paroli bieten zu können und eventuell für eine Zusammenarbeit gerüstet zu sein, ist eine Spezialisierung unumgänglich bzw. muss mit neuen Tools immer weiter vorangetrieben werden. Das sorgt für weitere Abgrenzungen vom Wettbewerber und für ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Christian Rothfuß
(BSKP) widmete sich mit "Arbeitsrecht 4.0" den "Möglichkeiten und Risiken in der digitalen Arbeitswelt". So begann er mit der digitalen Personalgewinnung, dem E-Recruiting, inwiefern der Anbieter sowie der beauftragende Arbeitgeber die neue Datenschutzkonformität beachten müssen. Dem folgte die Thematik der diskriminierungsfreien Ausschreibung, wobei es hier heftiges Gemurmel im Saal gab, wie sehr diese rechtliche Anordnung einem Arbeitgeber widerstreben kann, wenn er/sie/es eine genaue Vorstellung von der Person und ihrem Lebenslauf hat und diese rechtlich gesehen diskriminierend ist. Weiterhin sind Wünsche, z. B. bezüglich einer elektronischen Signatur zur Unterzeichnung gesetzlich relevanter Schriftstücke in der Prüfung aber noch nicht reif für die Ablösung der "strengen" gesetzlichen Schriftform. Diese ist zwingend bei vielen Bereichen des Arbeitsvertrages (Erstellung, Beendigung, Befristung, Elternzeit, Zeugniserteilung, Betriebsvereinbarungen, ...) zu beachten. Für große Augen sorgten die Ruhezeiten beim Einsatz mobiler Arbeitseinsätze bzw. -leistungen, da sie bereits bei geringfügigem Überschreiten der üblichen Arbeitszeiten (E-Mail, Telefonat, ...) Arbeitszeit darstellen. => §5 Abs. 1.ArbZG "nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit unnunterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden!)". Weitere Punkte waren (technischer) Arbeitsschutz bei IT-Verwendung, Urlaubsrecht, moderne Arbeit (auf Abruf), Home/Mobile Office, externes Crowdworking, "bring your own device" und das Direktionsrecht des Arbeitsgebers zur Teilnahme des Arbeitnehmers an Fortbildungsanstaltungen.

Wenn die
"GmbH in der Krise" ist, hört man bei einem "Update der BGH-Rechtssprechung" genauer zu. Niels Bahr (MAZARS GmbH & Co. KG) sorgte für dieses Update. Wenn sich eine Unternehmenskrise andeutet, sind die originäre Plicht des haftungsbeschränkten Geschäftsführers sowie die Achtsamkeit des (langjährig) mitarbeitenden Beraters gefragt, so dass das Krisenstadium identifiziert und sicher bestimmt werden kann. Bei der Zahlungsunfähigkeit ist die "Bugwelle gebrochen", da auch Passiva II (innerhalb von drei Wochen nach dem Stichtag fällig werdende Zahlungsverplfichtungen) in der Liquiditätsbilanz mit zu berücksichtigen sind. Mit Praxistipps zu Zeitpunkten, Beweisanzeichen und Bargeschäften wurde diese Materie anschaulich verdeutlicht. Die Überschuldung des Unternehmens - als weiterer Schwerpunkt des Vortrags - ergibt sich, wenn die Fortbestehensprognose und das Reinvermögen negativ sind. Erst dadurch gerät das Unternehmen in die Insolvenzantragspflicht. Es folgte hierauf ein Praxistipp zur Aufstellung der Überschuldungsbilanz und eine Auflistung der Insolvenzantragsgründe, die in Antragsrecht und Antragspflicht unterteilt wurden. Im letzten Teil des Vortrags ging Herr Bahr auf künftige Entwicklungen ein. So u. a. auf die derzeit laufende Evaluation des ESUG, auf einen präventiven Restrukturierungsrahmen, der als Entwurf 2019 verabschiedet und dann für drei Jahre in jeweils nationales Recht umgesetzt werden soll, auf die europäische Richtlinie für Rechnungsinhalte in einem sofort elektronisch zu verarbeitenden Format, die praktische Umsetzung von e-Invoicing, die geänderten Anforderungen an Sanierungskonzepte und die Haftung bei Ressortverteilung zwischen mehreren Geschäftsführern. Auch hier hätte man noch viel länger zuhören können.

Der Beitrag"Aktuelle Informationen von Ellipsis" stellte den (obligatorischen) Schlusspunkt des Ellipsis BeraterKongresses dar, wobei Silke Süße nochmals das neue Förderprogramm "Regionales Wachstum" aufgriff wie auch die Notwendigkeit der BAFA-Förderung, die teilweise vor einer Betriebsberatung in Anspruch genommen werden muss. Für unsere "länderübergreifenden" Berater folgte noch ein kurzer Blick über den sächsischen Tellerrand zur aktuellen Gründer- und Beratungsrichtlinie in Thüringen, dem Digitalbonus sowie "ThEx StartInno - Innovations- & Strategieoffensive Thüringer Wald". Mit einem Hinweis auf die Zertifikats-Lehrgänge unseres Ellipsis CAMPUS, die anstehenden BeraterForen in Thüringen und Sachsen, die BeraterKongresse in Erfurt und Dresden sowie unser Excel-Tool, den Zuschuss-Rechner, zur Vorab-Kalkulation anfallender und geförderter Kosten für das nächste Beratungsprojekt beschloss Dietmar Kunze den 13. BeraterKongress.

Für uns
bleibt am Ende einmal mehr das gute Gefühl, unseren Gästen eine informative und unterhaltsame Veranstaltung geboten zu haben, die in den Pausen auch ausreichend Zeit für viele Gespräche bot. Wir freuen uns auf den 22. April 2020!


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