• Ellipsis Newsletter / Oktober 2018

    Rückblick Ellipsis BeraterKongress Thüringen

    Nichts ist so beständig wie der Wandel. Auch, wenn er derzeit scheinbar nicht in Betracht gezogen wird, da die Wirtschaft läuft...

Für den 5. September lud Ellipsis wieder zum alljährlichen Thüringer Ellipsis BeraterKongress ein und viele Berater folgten der Einladung ins Dorint Hotel am Dom in Erfurt. Auf der Agenda standen u. a. ein Ausblick in die Möglichkeiten (und Grenzen) des kommenden Kommunikationsstandards 5G, Crowdfunding als ein Puzzleteil des unternehmerischen Finanzierungsbedarfs, Zalandos Unternehmensentwicklung durch strikte Ausrichtung auf Digitalisierungsprozesse, wie KMUs ihre Prozesse zukunftssicher, d.h. smart(er) gestalten können und wie das Zwischenfazit nach mehr als 111 Tagen DSGVO in der Praxis ausfällt.

Dr.-Ing. Rico Radeke von der 5G Lab GmbH / TU Dresden überraschte durch Aussagen zum kommenden Kommunikationsstandard 5G mit der Offenbarung physikalischer Grenzen. Der Wunsch nach sofortigen Reaktionen des "Kommunikationspartners", z. B. bei Tele-Medizin, Robotern, autonomem Autofahren kann nur teilweise mit geringsten Latenzzeiten bedient werden, da die Entfernung der Partner eine entscheidende Rolle spielt. Tele-Medizin bspw. funktioniert schon zwischen Hamburg und München nicht "absolut sofort", da selbst Licht sich nur mit 300 km in der Millisekunde bewegen kann und damit Millisekundenreaktionen auch mit einem moderneren Stand der Technik über weitere Entfernungen bis auf weiteres nicht möglich sind. 5G wird hingegen dafür sorgen, dass durch die Kommunikation der Geräte untereinander nicht immer ein Funkmast notwendig sein wird, sofern eines der über 5G vernetzten Geräte einen Internetzugang besitzt. Fazit: 5G ist auf eine schnelle und gleichzeitige Kommunikation von sehr vielen Geräten ausgelegt, wobei die Datenrate nicht den wichtigsten Faktor darstellt sondern die sehr schnelle Reaktion des Kommunikationspartners.

Der wichtigste Hinweis im darauf folgenden Vortrag von Christian Schmidt vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft zur "Beratungsförderung in Thüringen - Zwischenstand und Ausblick" war, dass die Fördermittelausstattung für die Thüringer Programme "Gründer- und Beratungsrichtlinie" in diesem Jahr noch ausreichend ist. Diese erfreuliche Entwicklung soll auch die Thüringer Unternehmen erreichen, denen diese Programme im Hinblick auf eine geförderte Beratung noch nicht bekannt sind. Daher war die eindringliche Bitte, dass u. a. Qualitätssicherer, Berater (als Multiplikatoren) und weitere Institutionen für die Richtlinien werben, damit die bisherigen Fördermittel im aktuellen Umfang erhalten bleiben können.

Die Bürgschaftsbank Thüringen sowie die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen stellten durch deren Geschäftsführer der BBT und MBG, Michael Burchardt ihre Angebote für Gründer, Unternehmen, Nachfolger und Freiberufler vor. Sie unterstützen Investitions- und Betriebsmittelfinanzierungen, Entwicklungs- und Markterschließungskosten sowie Nachfolge- und Übernahmefinanzierungen inkl. Geschäftsanteile für tätige Gesellschafter. Die Begleitung erfolgt bei Hausbankdarlehen, Programm- und Kontokorrentkrediten, Avalkrediten, Leasung und stillen Beteiligungen (MBG).

Dass Crowdfunding kein Finanzierungsinstrument ist sondern mehr als Puzzleteil betrachtet werden soll - darauf wies Stefan Popp von der Crowdfunding Campus GmbH hin. (Angehende) Unternehmer sollten dieses wirklich nur als ergänzenden Baustein ihres Investitionsvorhabens ansehen und keineswegs als Allheilmittel in finanziellen Nöten. Jedoch ist es ein echter "Allrounder" bzw. ein Multifunktionswerkzeug, da es sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich zum Einsatz kommen kann.

Mit beeindruckenden Zahlen und Fakten erklärte Daniel Behlert, Standortleiter von Zalando den Aufstieg und das Wachstum von Zalando. Durch außordentliche Praxisnähe wurde dem Publikum aufgezeigt, in welchem hohen Ausmaß digitale Prozesse die grundlegende Infrastruktur der Kommunikation im Unternehmen, mit Kunden, Lieferanten und weiteren Partnern darstellen. Das, was der Kunde davon beim Bestellen, Anliefern und Bezahlen mitbekommt, ist nur das Sichtbare des Eisbergs. Je einfacher die Prozesse für den Kunden gestaltet sind, umso komplexer müssen sie im Hintergrund ablaufen. Doch damit die Komplexität schnell durchlaufen werden kann, ist zügige, medienbruchfreie Kommunikation unumgänglich.

Der Vortrag von Prof. Dr. Stefan Landwehr von der Fachhochschule Erfurt schloss hieran "smart" an. Smarte Prozesse für smarte KMU sind theoretisch leicht zu gestalten aber schwer umzusetzen. Dass "Heute" schon an "Morgen" gedacht werden sollte, ist im Sinne einer langfristigen Umsatzgarantie bzw. -steigerung ein wichtiger Bestandteil der unternehmerischen Strategie. Doch "Morgen" kann sich unter Umständen sehr vom "Heute" unterscheiden, selbst wenn es "Heute" gefühlt perfekt läuft. Die permanente, vorwärtsgerichtete Unternehmensentwicklung sollte sich deshalb keinesfalls an der monatlichen BWA orientieren. Sie kann zukunftssicher(er) gestaltet werden, indem sukzessive aktuelle Arbeitsprozesse - unter Einbeziehung der Mitarbeiter - smart, d. h. effizienter, schlanker, stabiler und reproduzierbar überarbeitet bzw. angepasst werden. Nicht einfach, aber machbar. Dies zeichnet dann im Umkehrschluss den smarten Manager bzw. Chef aus.

Eigentlich nichts! So lautete das Zwischenfazit von Klaus Ulitzsch, Geschäftsführer der IKS Service GmbH (neu: Thyotec) auf die Frage, was sich nach 111+ Tagen DSGVO getan hat. Einige Beispiele für Abmahnungen wurden genannt und viele weitere Punkte, bei denen nach wie vor Unsicherheit herrscht, was nun tatsächlich umgesetzt werden muss oder was eher als heiße Luft zu betrachten ist. Er verwies nochmals auf korrekte Webseitengestaltung sowie -sicherheit und auf die Notwendigkeit eines Datenschutzbeauftragten. In diesem Zusammenhang wurden auch die Begrifflichkeiten des "Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten", "Auftragsverarbeiter" und "Technisch organisatorische Maßnahmen" erneut mit praktischen Beispielen versehen, sodass nochmals der Blick auf das Wesentliche geschärft wurde.

Den letzten Punkt der Agenda übernahmen unser Niederlassungsleiter für Ellipsis Thüringen, Tillmann Bauer, sowie die Projektleiterin für "ThEx StartInno", Susann Hörl. Neben dem neuen Förderprogramm "Digitalbonus Thüringen" wurde u. a. auch die BAFA-Unternehmensberatung zur "Förderung unternehmerischen Know-hows" besprochen. Sie kann unter dem "Schirm" von Ellipsis stattfinden, wenn der Berater selbst nicht über ein QM-System verfügt und beim BAFA nicht gelistet ist. Dies gilt übrigens auch für Sachsen. Susann Hörl erklärte die Hintergründe und Aktivitäten rund um das Projekt "ThEx StartInno". Damit soll der Fokus auf eine ganzheitliche Entwicklung des Thüringer Walds gelegt werden - hier im speziellen Fall auf die Innovationsstrategie und die Beseitigung von Hindernissen in KMUs bei der Entwicklung von Innovationen. Ein spannendes und anspruchsvolles Thema...

Mit dem Hinweis auf 15 Jahre Ellipsis in Sachsen und 10 Jahre Ellipsis in Thüringen im nächsten Jahr endete der BeraterKongress Thüringen 2018 - erneut mit einem kleinen Umtrunk und der Vorfreude auf weitere interessante und informative Veranstaltungen von Ellipsis.


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