Zielgruppe:

Geschäftsführer, Prokuristen, Gründer, angehende & neu berufene Führungskräfte

Teilnahme:

Präsenz in Dresden oder online

Lehrgangsumfang:

12 Tage

Frühbucherrabatt:

ja

Kosten:

3.350,- € zzgl. MwSt.

Und sonst?

Sehr hohe Weiterempfehlungsrate!

Können Sie umfassende Antworten geben,

  • welche Handlungspflichten Ihnen insbesondere in Krisenzeiten auferlegt werden?
  • wie Sie Ihre persönlichen Haftungsrisiken minimieren und eine fundierte Grundlage für wichtige Unternehmensentscheidungen schaffen?
  • welche strategischen Managementmaßnahmen Sie auf Basis der eigenen GuV bzw. Bilanzanalyse treffen sollten?
  • wie Sie mit Einführung von BWA-Kennzahlensystemen Ihr Unternehmen effizienter gestalten?
  • welche neuen Geschäftsmodelle Sie unter Berücksichtigung der Digitalisierung entwickeln könn(t)en?
  • wie Sie Ihr Personal führen, so dass es motiviert im Unternehmen tätig ist?

Falls nicht, bieten Ihnen unsere erfahrenen Referenten einen sehr praxisorientierten Lehrgang mit Antworten zu diesen Fragen und sowie allen wichtigen Bereichen wie

  • Unternehmensstrategie, -führung und -organisation,
  • moderne Geschäftsmodellentwicklung,
  • Finanzierung und Unternehmensrecht.

Der Zertifikats-Lehrgang ist perfekt für (langjährig) aktive, neu berufene und angehende Führungskräfte, die ihre Karriere voranbringen und das Unternehmen erfolgreich führen möchten. Zudem legt er besonderen Wert auf die Entwicklung von Nachwuchsführungskräften. Er wurde in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden konzipiert und wir mit ihr auch durchgeführt.

Melden Sie sich noch heute an und investieren Sie in Ihre beruflichen Fähigkeiten!

Unternehmensführung lernen - das bedeutet Umgang mit Herausforderungen und Krisen in der unternehmerischen Laufbahn.

  • Geballtes Expertenwissen – an 12 Tagen erhalten Sie umfassendes Know-how von erstklassigen Experten aus Theorie und Praxis.
  • Hoher, praktischer Anteil – mit Anwendung an realen und aktuelle Beispielen.
  • Praktische Prüfung – Sie lösen einen Musterfall und stellen Ihre Ergebnisse einem ausgewählten Expertengremium vor.
  • Zertifikat der HTW Dresden – Beleg Ihrer aktuellen, fundierten Kenntnisse einer kompetenten Geschäftsführung.

In der Schule lernen wir die Lösung binomischer Formeln, das Schreiben von Gedichtinterpretationen und den Aufbau des menschlichen Körpers. Das ist wichtig und notwendig. Im Studium wird am Modell des „Homo oeconomicus“ gelehrt, dass dieser sich vor Entscheidungen über alle möglichen Alternativen eine klare Präferenzordnung bildet und sich dann für die nach seinen Präferenzen beste Alternative entscheidet.

Das ist als Rüstzeug für viele Situationen im Beruf wichtig. Wer aber lehrt im Geschäftsalltag als Geschäftsführer oder Führungskraft tagtäglich die richtigen Entscheidungen zu treffen, ohne alle Alternativen durchspielen zu können? Und wofür ist der Geschäftsführer eigentlich verantwortlich und haftbar? Was erwarten Kunden, Lieferanten, Kreditinstitute und Mitarbeiter vom "Chef"?

Wie führe ich das gesamte Unternehmen und wo stecken die (persönlichen) Risiken? Und kommt doch eine Krisensituation auf, wie erkenne ich diese rechtzeitig? Um ein kompetenter Geschäftsführer werden zu können, sollten Sie diese Fragen beantworten. Unser Zertifikatslehrgang zeigt Ihnen, wie diese unternehmerischen Herausforderungen erfüllt werden und wie Sie das Risiko aktiv mindern können. Als (angehender) Geschäftsführer, Gesellschafter oder Führungskraft müssen Sie sich ständig mit neuen Herausforderungen und Entwicklungen auseinandersetzen sowie augenscheinlich unüberwindbare Hürden bewältigen, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Der Ellipsis Geschäftsführer Lehrgang vermittelt Ihnen dazu umfassendes Know-how von erstklassigen Experten aus Lehre, Wirtschaft und Recht. Sie lernen alle wichtigen Bereiche des unternehmerischen Handelns kennen. Das Besondere an unserer Ausbildung zum Geschäftsführer ist der hohe praktische Anteil, denn wie kann das Erlernte besser angewendet werden als durch reale, aktuelle Beispiele?

Im praktischen Prüfungsteil lösen Sie einen Musterfall im Team, stellen Ihre Ergebnisse einem ausgewählten Expertengremium vor und diskutieren die Ergebnisse. Dabei können Sie auch den Präsentationen der anderen Teams beiwohnen und lernen neue, andere Lösungsansätze kennen. Nach einer mit Erfolg abgeschlossenen, schriftlichen Prüfung, erhalten Sie ein Zertifikat der HTW Dresden, welches Ihre aktuellen, fundierten Kenntnisse einer kompetenten Geschäftsführung belegt.

Geschäftsführer (auch stellvertretende und angehende), Unternehmensnachfolger, MBI- und MBO-Kandidaten, Führungskräftenachwuchs, Interimsmanager, Aufsichtsräte, Gesellschafter, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Insolvenzverwalter und Berater sowie alle im Gründungsbereich Tätigen.

  • Sie sind angehender oder neuer Geschäftsführer eines Unternehmens?
  • Sie sehen sich mit einer Bandbreite an neuen Aufgaben in der strategischen Unternehmensführung konfrontiert?
  • Sie möchten Ihr Unternehmen so führen, dass es sich gesund entwickeln kann?
  • Sie wollen wissen, wie Sie eine sich anbahnende Krise meistern, bestenfalls umgehen können?
  • Kennen Sie die Konsequenzen Ihres Handelns, falls Sie bei Entscheidungen ein ungutes Gefühl haben?

Inhalt

Prof. Dr. Torsten Gonschorek, Sylvi Kunze

Die HTW Dresden und die Ellipsis GmbH stellen Ihnen Inhalte, Abläufe und Ziele des Lehrgangs vor. Gleichzeitig werden organisatorische Fragen besprochen.

Prof. Dr. Tobias Braun, Stephan Willigens, Katrin Dunker

Als Führungskraft sind Sie stark in das Tagesgeschäft eingebunden. Sie müssen trotzdem alle in- und externen Unternehmensprozesse im Blick behalten und auf Fragen richtige Antworten finden. Wie kann mein Unternehmen dauerhaft am Markt etabliert werden? Verpasse ich notwendige Innovationen und wie entdecke ich neue Geschäftsmodelle? In diesem Abschnitt lernen Sie unter anderem, wie Sie neue Chancen am Markt identifizieren und welche Managementkonzepte Sie dabei anwenden kännen. Welche Gefahren bestehen für mein Unternehmen, wenn Veränderungsprozesse zu spät eingeleitet werden? Dabei müssen die Mitarbeiter des Unternehmens ständig einbezogen werden und auch Verantwortung übertragen bekommen (Leadership). Sie lernen in unserer Geschäftsführer-Ausbildung, wie Sie die immer komplexer werdenden Beziehungen zwischen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie Kreditinstituten unter dem Aspekt zeitgemäßer Mitarbeiterführung managen. Sie erhalten einen Überblick zum Aufgabenspektrum von Einkauf und Vertrieb und lernen die Möglichkeiten kennen, die durch Veränderungen in beiden Bereichen erreicht werden können.

  1. Unternehmensführung
  2. Unternehmensstrategie
  3. Managementkonzepte
  4. Personalführung und -bindung
  5. Einkauf und Vertrieb

Prof. Dr. Torsten Gonschorek

Controlling ist Führungsaufgabe. Es dient in einem Unternehmen durch seine Methoden und Instrumente vorrangig der Entscheidungsunterstützung und Rationalitätssicherung. Darüber hinaus erfüllt es eine wichtige Koordinationsfunktion zwischen den betrieblichen Teilbereichen. In diesem Abschnitt werden Ihnen die wesentlichen Elemente eines effizienten Controlling-Systems vorgestellt.

  1. Grundlagen des Controllings
  2. Kennzahlen und -analyse
  3. Kosten- und Leistungsrechnung
  4. Integrierte Unternehmensplanung

Markus H. Michalow

Die Suche nach geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensentwicklungen, neue Geschäftsbereiche und -ideen stellt für alle Verantwortlichen eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Nicht nur die Frage nach der Höhe des benötigten Kapitals und deren Refinanzierung, auch die Auswahl des Finanzierungsgebers bedarf des richtigen Gespürs. In diesem Abschnitt lernen Sie neben geeigneten Finanzierungsinstrumenten und Finanzierungsrisiken auch die professionelle Kommunikation und Verhandlung mit Kapitalgebern kennen.

  1. Finanzierungsinstrumente
  2. Finanzierungsrisiken
  3. Kommunikation mit Banken

Prof. Dr. Torsten Gonschorek

Unternehmen stehen aufgrund der sich schnell verändernden Rahmenbedingungen ständig vor neuen und großen Herausforderungen. Durch gesetzliche Neuerungen sowie gesellschaftspolitische oder wirtschaftliche Veränderungen entstehen immer wieder komplexe Risikosituationen, mit denen Unternehmen konfrontiert werden. Für die Erreichung von Unternehmenszielen und zur Nutzung sich bietender Chancen gilt es, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu steuern und zu überwachen. Dafür ist ein fundiertes Risikomanagement unerlässlich.

  1. Risikomanagement als Führungsaufgabe
  2. Rechtliche Bestimmungen und Anforderungen
  3. Risikoarten und Ansätze zur Risikoidentifikation/-früherkennung
  4. Bestandteile des Risikomanagements

Niels Bahr

Der Gesetzgeber hat dem Geschäftsführer umfangreiche Rechenschaftspflichten höchstpersönlich auferlegt – diese zu kennen und angemessen zu erfüllen ist Gegenstand dieses Lehrgangsabschnitts. Aus der Rechnungslegung folgen steuerliche Pflichten, die anhand praktischer Beispiele verständlich präsentiert werden. In einem eigenen Kapitel werden die aktuellen Forderungen der Finanzverwaltung im Zeichen des digitalen Wandels vorgestellt und Lösungsvorschläge angeboten.

  1. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter zur Erstellung des Rechnungswesens und Jahresabschlusses
  2. Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
  3. Bilanzierungswahlrechte und Haftung des GF für unzulässige Bilanzierung
  4. Prüfungspflicht durch einen Wirtschaftsprüfer
  5. Investition und Finanzierung
  6. Steuerarten
  7. Typische Risiken aus Prüfungen des Finanzamts und Haftung für Steuerschulden

Niels Bahr

Schönwetterkapitän bei ruhiger See: Dieser Traumberuf endete im Jahr 2016 für ca. 25.000 GmbH-Geschäftsführer in der Insolvenz. Damit waren häufig persönliche Risiken in Zivil- und Strafrecht verbunden. Wie Sie diesen Klippen rechtzeitig ausweichen, das behandelt dieses Modul besonders praxisnah und lässt Raum für Ihre Fragen. Spiegelbildlich werden Ihnen Maßnahmen vorgestellt, um den Schaden bei Kunden- oder Lieferanteninsolvenzen mäglichst gering zu halten und Sanierungsschritte einzuschlagen. Des Weiteren erhalten Sie Informationen zum StaRUG.

  1. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter zur Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzgründen
  2. (Drohende) Zahlungsunfähigkeit
  3. Überschuldung
  4. Krise als Chance: Sanierung mittels Eigenverwaltung, Schutzschirm, aktive Verwalterwahl
  5. Handlungsalternativen

Sebastian Kaufmann, Christian Rothfuß, Jörg Neubert

"Jeder macht mal Fehler!" Als GmbH-Geschäftsführer sind Sie grundsätzlich für alle Geschäfte Ihres Unternehmens verantwortlich und im Haftungsfall müssen Sie darlegen können, dass Sie Ihren Pflichten nachgekommen sind. In diesem Abschnitt können Sie Ihr juristisches Wissen anhand von aktuellen Rechtsprechungen auffrischen bzw. erweitern. Sie erhalten Einblick in Ihre Haftungspflichten und -risiken sowie in Schutzmechanismen, welche bei unternehmerischen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen greifen.

  1. Gesellschaftsrechtliche und rechtliche Grundlagen der GmbH
  2. Rechtliche Aufgaben und Pflichten des Geschäftsführers
  3. Strafrechtliche Haftungsrisiken und Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung
  4. D&O-Versicherung

Sven Jänchen

Digitalisierung bedeutet nicht allein die Einführung digitaler Technologie in die bewährten Arbeitsprozesse. Vielmehr werden bestehende Geschäftsmodelle von neuen innovativen Ideen abgelöst oder verdrängt. Das kann jedes Unternehmen treffen. Die Digitalisierung als disruptiver Veränderungsprozess umfasst alle Aspekte des Unternehmens, schließt alte und ggf. neue Produkte, Dienstleistungen, Organisation, Abläufe und Selbstverständnis ein und zielt auf die Erschließung neuer Wertschöpfungsmöglichkeiten aus Daten und intelligenter digitaler Verarbeitung dieses neuen „Rohstoffs‘‘. In diesem Abschnitt erhalten Sie Einblick in die wichtigsten Maßnahmen, die ein Unternehmen ergreifen muss, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben.

  1. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle
  2. Wirtschaftsschutz
  3. Teamarbeit Entwicklung und Vorstellen neuer Geschäftsmodelle

Praxisbeispiele

In diesem Abschnitt geben Ihnen erfahrene Unternehmer Einblicke in den Alltag eines Geschäftsführers. Insbesondere risikoreiche und kritische Situationen sowie Herausforderungen werden betrachtet.

Dozent: Dr. Rocco Deutschmann und Heiner Hellfritzsch

Kommunikation

Sie werden verschiedene Arten von Führungs- und Unternehmensorganistationen kennenlernen

Dozent: Rita Nerbe-Marx

Bilanzen lesen und verstehen

Durch viele Praxisbeispiele werden Sie zukünftig Ihre Bilanzen besser verstehen.

Dozent: Niels Bahr

Lösung eines Musterfalls

Sie erarbeiten in einem Team von 4-5 Lehrgangsteilnehmern Lösungsansätze zu einem aktuellen, praktischen Musterfall und bereiten die Präsentation der Lösung vor.

Dozent: Prof. Dr. Torsten Gonschorek

Niels Bahr, Prof. Dr. Torsten Gonschorek, Sylvi Kunze, Heiner Hellfritzsch

Schriftliche Prüfung

Der Prüfungsteil besteht aus einem 1,5-stündigen schriftlich zu beantwortenden Fragenteil mit sechs Themenkomplexen des Lehrganges. Die Lehrgangsunterlagen dürfen während der Prüfung genutzt werden. Bei Nichtbestehen der schriftlichen Prüfung ist eine mündliche Nachprüfung möglich. Dieser Teil geht mit 50 Prozent in die Endnote ein.

Präsentation der Musterfälle

Jede Gruppe präsentiert einzeln in einer einstündigen Präsentation vor einem Expertenteam die Lösung der Musterfälle. In den Diskussionen dazu können Sie Ihr Wissen festigen. Dieser Prüfungsteil geht ebenfalls mit 50 Prozent in die Endnote ein.

Dozenten

Niels Bahr

MAZARS GmbH & Co. KG

  • Begleitung zahlreicher Unternehmensnachfolgen
  • Prüfer von Jahresabschlüssen sowie beratende Steuergestaltung für Familienunternehmen und deutsche Tochtergesellschaften international tätiger Gruppen
  • seit 2007 Niederlassungsleiter in Leipzig bei MAZARS GmbH & Co. KG WPG StBG
  • 2000 Bestellung zum Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (2002)
Prof. Dr. rer. pol. Tobias Braun

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

  • 2013 Professor für Personal und Organisation FB Wirtschaftswissenschaften an der HWR Berlin
  • 2011-2013 Professor für BWL/Management und Organisation an der HTW Dresden
  • 2006-2011 Professor an diversen Fachhochschulen und Dekan an der BSP Business School Potsdam FH
  • 2000 Gründung einer eigenen Unternehmensberatung
  • Forschungsprojekt: Unternehmenssimulation im Rahmen der Strategie- und Organisationsentwicklung in KMU
Dr.-Ing. Rocco Deutschmann

TraceTronic GmbH

  • seit 2004: Geschäftsführender Gesellschafter der TraceTronic GmbH
  • Tätigkeitsschwerpunkte TraceTronic GmbH: Entwicklung von Softwarewerkzeugen zur Automatisierung von Steuergeräte-Softwaretests in der Automobilindustrie/span>
  • regelmäßiger Gastdozent an TU und HTW Dresden zu den Themen Softwarequalität und Test sowie agile Unternehmensgestaltung
  • Strategische Investition an einem Start-up
  • Studium der Elektrotechnik und Promotion an der TU Dresden
Prof. Dr. rer. pol. Torsten Gonschorek

HTW Dresden

  • seit 2009 Professor an der HTW Dresden im Bereich Management mittelständischer Unternehmen, Studiengangsverantwortlicher Master Management mittelständischer Unternehmen
  • seit 2004 Unternehmensberater
  • 1999-2003 kaufm. Leiter in mittelständischen Unternehmen
  • Forschungsprojekt: Faktoren einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge
Sven Jänchen

webit! consulting Gesellschaft für neue Medien mbH

  • seit 2017 Prokurist und Principal Consultant bei webit! consulting Gesellschaft für neue Medien mbH
  • 2012-2017 Principal Specialist Digital Transformation bei T-Systems Multimedia Solutions
  • seit 2001 Gastdozent an Dresden International University (DIU), HTW Dresden, HS Merseburg
  • 2008-2012 Mitgründer eines SAP-Spin Offs, Prokurist und Leiter Marketing & Vertrieb
  • 2001-2008 Partner einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt B2B-Vertrieb und Marketing
Sebastian Kaufmann

BSKP Dresden

  • Gründungspartner und Geschäftsführender Gesellschafter der Kanzlei BSKP seit 1992
  • Tätigkeitsschwerpunkte: Rechtliche und steuerliche Gestaltungsberatung, Unternehmensnachfolge, Gesellschaftliche Auseinandersetzungen
  • Autor der Fachbücher "Der Ingenieur als GmbH-Geschäftsführer" sowie "Das Unternehmen in Krise und Insolvenz"
Sylvi Kunze

Ellipsis GmbH

  • seit 2015 Geschäftsführerin der Ellipsis Gesellschaft für Unternehmensentwicklung mbH
  • 2009-2010 einjähriges Sabbatical in Kanada
  • seit 2004 Ellipsis GmbH, seit 2008 Prokuristin
  • Tätigkeitsschwerpunkte: Verantwortung für Geförderte Beratung in Sachsen und Ellipsis Campus, Fachliche Evaluierung, Management und Organisation von KMU-Beratungsprojekten in Sachsen und Thüringen, Aufbau und Kontrolle des Ellipsis-QM-Systems (QM-Beauftragte)
Markus H. Michalow

Bürgschaftsbank Sachsen GmbH

  • seit 2010 Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH
  • 1996-2009 Dresdner Bank AG
  • 1994-1995 DEF – Dresden Elektrizität und Fernwärme GmbH; Abteilungsleiter Rechnungswesen und Finanzen
  • 1982-1993 Deutsche Bank AG
Rita Nerbe-Marx

parascout consulting & coaching GmbH

  • seit 2010 Geschäftsführende Gesellschafterin der parascout consulting & coaching GmbH
  • tätig als Mediatorin, Management Coach und Trainerin für Führung, Konfliktmanagement, Kommunikation, Personalentwicklung
  • langjährige Erfahrung in Gründung, Entwicklung, Auf- und Ausbau sowie Führung von Unternehmen
Christian Rothfuß

BSKP Dresden

  • Geschäftsführender Gesellschafter der Kanzlei BSKP
  • Tätigkeitsschwerpunkte: Beratung von Unternehmen zum kollektiven und individuellen Arbeitsrecht, u. a. bei Betriebsänderung und Betriebsübergang
  • regelmäßige Beiträge und Vorträge zum Arbeitsrecht
Stephan Willigens

Creactives GmbH

  • Tätigkeitsschwerpunkte: Internationale Regeln und Vorschriften für Lieferketten, Risikomanagement und Nachhaltigkeit / Ende-zu-Ende-Lösungen für Lieferketten / Prozess- und Unternehmensreife-Analysen / Aufbau und Design von SCM-Organisationen (funktions- und unternehmensübergreifend) / Ende-zu-Ende-Lieferstrategien / Geschäftsstrategien

zusätzliche Informationen

13.03. - 14.03.2023
27.03. - 28.03.2023
17.04. - 18.04.2023
08.05. - 09.05.2023
22.05. - 23.05.2023
05.06. - 06.06.2023

(jeweils von 8:30 Uhr - 16:50 Uhr)

Steigenberger Hotel de Saxe, Neumarkt 9, 01067 Dresden

Der Lehrumfang beträgt 12 Tage zu jeweils 9 Unterrichtseinheiten (UE), insgesamt 108 UE.

Achten Sie auf Fördermöglichkeiten in Ihrem Bundesland!

Alle Kosten sind zzgl. MwSt.

Falls bis drei Wochen vor Kursbeginn nicht genügend Anmeldungen vorliegen, kann der Kurs seitens Ellipsis abgesagt oder ein anderer Veranstaltungsort gewählt werden. Der Veranstalter behält sich einen eventuellen Austausch von Dozenten und eine terminliche Verschiebung von Abschnitten vor. Kosten, die Ihnen durch eine Absage oder Änderung entstehen (z. B. Stornogebühren für gebuchte Übernachtungen, Anreisetickets) können wir Ihnen nicht ersetzen. Werden Teile des Lehrgangs nicht besucht besteht kein Anspruch auf anteilige Gebührenerstattung. Die Benennung eines Vertreters anstelle des gemeldeten Teilnehmers ist bis Lehrgangsbeginn möglich. Geht uns Ihre Abmeldung bis spätestens vier Wochen vor Lehrgangsbeginn zu, wird keine Gebühr fällig. Bei späterer Absage wird die volle Gebühr erhoben.

Es können nicht mehrere Rabatte in Anspruch genommen werden.

6. Kurs
14.03.-31.05.2022

5. Kurs
13.09.-23.11.2021

4. Kurs
31.08.-24.11.2020

3. Kurs
01.04.-04.06.2019

2. Kurs
09.04.-12.06.2018

1. Kurs
04.05.-23.06.2017

Interview mit Franz Bradler 19.12.2019

Die Bindwerk GmbH & Co. KG ist ein erfolgreiches Dresdner Unternehmen, das auf eine über 100-jährige Tradition zurückblicken kann. Im Jahr 2016 verunglückte der geschäftsführende Gesellschafter beim Bergsteigen. Sein ältester Sohn, Franz Bradler, war damals 27 Jahre und nach dem erfolgreich abgeschlossenen Ingenieursstudium gerade auf Weltreise mit seiner Freundin. Er kam aus Neuseeland zurück, stellte sich der Herausforderung und wurde von heute auf morgen Geschäftsführer. Für die erfolgreiche Übernahme des Unternehmens erhielt er 2019 den Ehrenpreis des „Sächsischen Meilenstein“. Sylvi Kunze, Geschäftsführerin der Ellipsis GmbH, traf den Preisträger am 19.12.2019 zum Interview in den Räumen der Bindwerk GmbH & Co. KG.

SK: Durch einen Schicksalsschlag wurden Sie von einem Tag auf den anderen Geschäftsführer. Gab es eine Nachfolgeregelung im Unternehmen?

FB: Mein Vater hatte nichts in dem Sinne vorbereitet. Also nichts Rechtliches. Er hat immer alles allein gemacht. Er war alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter, es gab keinen Prokuristen und keine Unterschriftenregelung. Bevor er in den Urlaub gefahren ist, hat er seiner Frau eine Vollmacht ausgestellt. Eine Generalvollmacht aus dem Internet ausgedruckt. Das war das Einzige was wir hatten. Mit der ging es dann glücklicherweise erstmal weiter. Die meisten haben es anerkannt, aber als es zum Beispiel um Fördermittel ging, wurde es von der Sächsischen AufbauBank nicht anerkannt. Die Vollmacht sollte für die SAB eine bestimmte Form haben, am besten vom Notar beglaubigt. Dda war es schwieriger. Aber die Banken haben zugesagt, dass der Kontenzugriff erstmal bestehen bleibt. Das Geschäft ging damit weiter. Die Gehälter konnten gezahlt werden. In diese Zwickmühle sind wir zum Glück nicht gekommen.

SK: Gab es einen Vertreter, einen kaufmännischen Leiter zum Beispiel?

FB: Es gab einen Betriebsleiter, der aber mehr das operative Tagesgeschäft, Abläufe und sowas managte. Alles was Finanzen, Investitionen und ähnliches war hat mein Vater gemacht. Ohne wirklich jemanden reingucken zu lassen.

SK: Was haben Sie konkret in den ersten zwei Wochen gemacht, in denen Sie hier angefangen haben?

FB: Erstmal habe ich mich vorgestellt, wer ich bin, was ich gemacht habe, warum ich hier bin und natürlich gesagt, dass es weitergeht. Es war eine große Unruhe da. Niemand wusste so richtig, was jetzt passiert. Im schlimmsten Fall hätte ja auch zugemacht werden können.

Ganz am Anfang war wirklich erstmal die Rennerei zwischen den Banken, dem Notar bzw. standen die gesellschaftsrechtlichen Themen im Raum. Es musste irgendwie erstmal aufgearbeitet werden was jetzt überhaupt ist. Mein Vater galt anfangs als verschollen. Er war beim Bergsteigen abgestürzt und wurde nicht gefunden. Das heißt, er war verschollen. „Verschollen“ ist nicht tot und dann gibt es keine Nachfolge. Derjenige ist einfach weg. Es war unklar.

SK: Wer stand Ihnen in der ersten Zeit beratend zur Seite und wer hat Sie begleitet?

FB: Die IHK habe ich anfangs mit ins Boot geholt. Mit dem Status „verschollen“ und was das bedeutet. Notgeschäftsführer war ein Thema. Das kann man machen, wenn so eine Situation eintritt. Dann kann man jemanden bestellen lassen. Man geht zum Notar, schlägt eine Person vor, diese zum Notgeschäftsführer zu bestellen. Dann wird es beim Amtsgericht eingetragen. Aber das dauert eben. Wir hatten es kurz vorher wieder abgesagt. Wir sind dann nochmal in die Berge gefahren wo es passiert ist und hatten die Hoffnung, dass wir meinen Vater doch finden werden. Die Geschäftsfähigkeit an sich war ja erstmal durch diese Vollmacht gegeben. Am 4. Juli 2016 war es passiert, die Sterbeurkunde hatten wir Ende September. Ich war Mitte Juli zurück von meiner Reise.

Die ersten zwei Wochen waren wirklich erstmal schauen, was hier los ist. Der Betriebsleiter hatte zum Glück alles am Laufen gehalten, dass das tägliche Geschäft weiterläuft. Das hat super funktioniert. Es gab keine Ausfälle, zum Beispiel das Kunden gesagt haben „Was ist hier los?“ oder Kunden abgesprungen sind. Es gab viel Kommunikation mit den Kunden, zu Finanzierungspartnern, Banken, … dass es weitergeht, dass ich es jetzt übernehme. Ich habe mich allen vorgestellt.

SK: Sie sind sehr jung Geschäftsführer geworden. Wie wurden Sie akzeptiert, hier von den Mitarbeitern und auch von den Banken?

FB: *lacht* Das kann ich ja nur einseitig beurteilen. Sicher haben alle gedacht: „Hm, naja mal sehen. Was will der uns erzählen.“ Ich weiß noch, dass der damalige Betriebsleiter gesagt hat: „Wenn Sie nun zu irgendwelchen Gesprächen gehen, wird Sie die Gegenseite immer für grün hinter den Ohren halten.“ Es ging aber alles gut. Die wichtigen Sachen, die die Finanzierung angingen, die waren problemlos, da ist ein guter Kontakt zu Stande gekommen.

Was die Mitarbeiter angeht … klar … da wird ein wenig probiert und ausgelotet. Da ist jetzt jemand Neues. Mal gucken wie weit man gehen kann. Ich bin einfach anders als mein Vater. Mein Vater war der klassische „alte“ Typ Chef, der auch mal auf den Tisch haut und sehr deutlich mit den Mitarbeitern spricht. Das mache ich nicht und das bin ich auch nicht. Ich denke schon, dass es eine Weile gedauert hat bis es angekommen ist, dass, auch wenn ich das nicht mache, die Leute trotzdem dem folgen was ich mir vorstelle.

SK: Gab es eine große Fluktuation?

FB: Nein, es gab niemanden, der gesagt hat, dass es ihm überhaupt nicht mehr passt, weil es jetzt anders ist. Oder einen der gestichelt hat und es sehr herausgefordert hat. Ich denke am Anfang waren alle froh, dass es weiterging. Es hat sich die letzten Jahre sehr gut entwickelt. Ich denke, wenn die Leute sehen, es geht weiter, es wird weiter investiert, die Firma verändert sich, es wird umorganisiert, Prozesse angepasst… es sind die Taten, die für sich sprechen.  

SK: Wenn es das Unternehmen jetzt, drei Jahre später, immer noch gibt, dann haben Sie ja alles richtig gemacht! Sie haben in diesem Jahr unseren Lehrgang "GeschäftsFührerschein" besucht – und ihn als Jahrgangsbesten abgeschlossen. Inwieweit hat Ihnen das vermittelte Wissen in Ihrem Geschäftsführeralltag geholfen, was können Sie jetzt anders einschätzen?

FB: Da muss ich ehrlich sein. Ich würde nicht unbedingt, das Wissen als den Mehrwert herausziehen. Es war gut einmal die Basis von allem zu haben. Im Rückblick hätte ich den „Führerschein“ zwei Jahre früher machen sollen. Dann hätte es mir viel mehr gebracht. So war es aber gut, alles noch einmal strukturiert zu hören und teilweise tiefer hereinzuschauen. Gerade Controlling war für mich wichtig. Ein Thema an das sicher einige Mittelständler etwas stiefmütterlich herangehen. Vertrieb und Marketing waren Themen mit denen ich mich vorher nicht so richtig beschäftigt habe. Sehr interessant für mich war zum Beispiel die Geschäftsmodellentwicklung und die Strategiesachen, wo ich auch für mich herausziehen konnte, wie ich das in Zukunft machen kann.

Die Gruppe an sich - das ist super. Einfach dieses „netzwerken“. Wir haben uns letzte Woche wieder getroffen und bleiben in Kontakt. Es sind unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Positionen. Der Eine will gerade gründen, Einer der will übernehmen, ich hatte übernommen. Einfach untereinander den Austausch zu haben. Wie sehen es die anderen zu dem Thema, zu dem man gerade gesprochen hat. Ich denke wir werden nächstes Jahr wieder einen losen Rhythmus haben. Es ist interessant zu sehen wie sich das weiterentwickelt. Was haben die anderen mitgenommen, wie gehen sie zum Beispiel mit Führungsthemen um.

SK: Haben Sie für sich eine Nachfolgeregelung falls Ihnen etwas passieren sollte?

FB: Es ist vorbereiteter, aber ich habe letztens wieder festgestellt, dass es nicht vollständig ist. Ich habe damals ein „Notfall-Handbuch“ erhalten, damit erstmal das Tägliche weitergehen kann. Aber gerade der gesellschaftsrechtliche Aspekt, was würde mit meinem Anteil passieren … Das ist im Gesellschaftsvertrag geregelt, aber es gibt keinen konkreten Plan was damit passieren würde. Da habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich natürlich jetzt allen sage, die ich treffe „Haben Sie schon vorgesorgt? Haben Sie sich vorbereitet?“ Vollmachten und Handlungsvollmachten gibt es, aber die Anteile sind nicht geklärt. Der Geschäftsbetrieb würde auf jeden Fall weiterlaufen können.

SK: Eine letzte Frage: Was war Ihre größte Herausforderung bei der Nachfolge?

FB: Bei der Nachfolge gab es nicht „die“ große Herausforderung. Ich glaube, ich bin echt super blauäugig und naiv an die Sache herangegangen und habe gesagt, dass es schon irgendwie wird. Je länger man nun dabei ist, desto mehr denkt man sich „Was habe ich eigentlich gemacht?“ Ich konnte vorher überhaupt nicht abschätzen was es bedeutet, Geschäftsführer zu sein. Für 50 Mitarbeiter Geld reinzubekommen, damit diese bezahlt werden können. Ich denke das spannendste Thema als Chef sind die Mitarbeiter. *lacht* Alles andere folgt irgendwelchen Regeln oder ich kann es mir mit meinem „Ingenieurskopf“ logisch erklären. Aber was die Menschen angeht, das braucht viel Arbeit – aber macht auch Spaß.

SK: Ich danke Ihnen für das Interview und wünsche Ihnen ein erfolgreiches neues Jahr 2020.

FB: Danke, gleichfalls.