• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 02 / April 2016

    Rückblick auf den Ellipsis BeraterKongress Sachsen - 2016

    Die Vorbereitungen und Anmeldungen ließen es schon erahnen - der BeraterKongress Sachsen - 2016 sollte mit über 100 Teilnehmern wieder sehr gut besucht sein. Und wie im letzten Jahr fand er auch dieses Mal im Steigenberger Hotel de Saxe in Dresden in gewohnt entspannter Atmosphäre statt. "Unabwendbar" stand die Digitalisierung auf der Agenda aber es gab auch noch andere Themen...

Die Eröffnung des 11. Ellipsis BeraterKongresses wurde durch Sylvi Kunze vorgenommen. Natürlich ist sie ein sehr bekanntes Gesicht, vor allem im Bereich der geförderten Beratung, doch Ihre Funktion hat sich seit September 2015 geändert. Nunmehr leitet sie auch als Geschäftsführerin die Geschicke von Ellipsis mit.

Anschließend wurde es offiziell, da Dr. Dirk Orlamünder vom Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Sachsens Digitalisierungsstrategie und den Weg in die digitale Zukunft anhand vorliegender Daten prognostizierte. Festhalten können wir u. a. als eines der Ausbauziele zur Entwicklung der digitalen Infrastruktur in Sachsen, dass bis 2018 fast flächendeckend 50 Mbit/s (Download), bis 2020 für mehr als 50% der Haushalte 100 Mbit/s und bis 2025 flächendeckend mindestens 100 Mbit/s für den digitalen Datenaustausch zur Verfügung stehen sollen.

Ohne Digitalisierung wäre der Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Uwe Arnold ziemlich schnell zu Ende gewesen, denn er ging in seinem Vortrag auf Fluch oder Segen der Digitalisierung in der Logistikbranche ein. Dabei stellt die Digitalisierung hierbei nur die Grundlage für alle darauf aufbauenden Prozesse dar, denn die IT gewinnt spürbar die Oberhand in den logistischen Prozessgestaltungen und Arbeitsabläufen. Alles ist mit allem vernetzt bzw. muss es sein. Insofern etabliert sich auch hier die so genannte Industrie 4.0, wobei in diesem Feld nicht die reine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation sondern die Vernetzung jeglicher relevanter Prozesse im Vordergrund steht. Da es in der Logistik unzählig viele Aktivitäten gibt, die parallel oder sequentiell ablaufen bis das gewünschte Objekt am richtigen Platz ist, sind die Möglichkeiten und Notwendigkeiten in diesem digitalen Change-Prozess so mannigfaltig, dass eine Überforderung einzelner Teilnehmer dabei nicht ausbleibt. Dennoch sind die schon etablierten Standards inzwischen unumkehrbar, so dass ein Verharren in gewohnten Strukturen definitiv zu fatalen Umsatzrückgängen führen wird.

Markus H. Michalow von der Bürgschaftsbank und Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) Sachsen ging anschließend in seinem Vortrag auf die Rolle der MBG bei der Verbesserung der Wagniskapitalfinanzierung ein. Stichworte waren (Mikro-)Mezzanine und die MBG als Partner im Technologiegründerfonds Sachsen TGFS+.

Die Förderung unternehmerischen Know-Hows durch das BAFA erklärte Michael Kunze von der DIHK Service GmbH. Dabei ging es vorrangig um Beachtenswertes im Rahmen der neuen Rahmenrichtlinie. Dies kann auch auf der offiziellen Website www.bafa.de unter dem Stichwort "Förderung unternehmerischen Know-hows" nachgelesen werden.

Nach der Mittagspause, mit einem nicht anders zu erwartenden, sehr ansprechenden kulinarischen Angebot, wurde es familiär. Beatrice Rodenstock von der Rodenstock-Gesellschaft für Familienunternehmen mbH referierte über das magische Dreieck der Familienunternehmen und der Unternehmensnachfolge, Chancen und Risiken und Erfolgsfaktoren bei der Begleitung solcher Nachfolgen. Neben den "üblichen" Aktivitäten, die im Rahmen einer Unternehmensnachfolge anfallen wurde hier ein enorm wichtiger und oftmals viel zu wenig beachteter Faktor hervorgehoben: die psychologische/emotionale Ebene und die Kommunikation innerhalb der Familie bzw. den Beteiligten. Dieser "Knackpunkt" ist einer der wesentlichen Faktoren der Gesamt-Übergabestrategie und muss bei einer innerfamiliären Übergabe viel höhere Beachtung erfahren. Frei nach dem häufig anwendbaren Eisberg-Modell befindet sich dieser große Teil unter Wasser.

Den schmalen Grat zwischen Haftung und Hoffnung eines Beraters beleuchtete Burkhard Jung, Geschäftsführer bei hww Unternehmensberater, Berlin. Durch seine langjährige, umfassende Erfahrung in der außergerichtlichen Sanierung und in der Insolvenz sowie als Vorsitzender des Fachverbandes Sanierungs- und Insolvenzberatung des BDU e. V. konnte er einen sehr detaillierten Einblick geben, was einem Berater in seiner Funktion als CRO (Chief Restructuring Officer) bei nachfolgender Insolvenz des Unternehmens drohen könnte. Allerdings wurde auch die vorbeugende Maßnahme des ernsthaften Sanierungsversuchs besprochen. Ein kleiner Hinweis an den "gemeinen" Berater: schon wenn er Einblick in Unternehmenszahlen erhält, die ihn stutzig werden lassen, muss er darauf mit Bedacht, Vorsicht und Hinweisen an die Unternehmensleitung reagieren, weil er ansonsten bereits eine mögliche Insolvenzverschleppung begeht..

Niels Gehrmann, Leiter der Abteilung Wirtschaft der Sächsischen AufbauBank, präsentierte zu Beginn die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres und erörterte anschließend die Tendenzen in der Wirtschaftsförderung 2016. So sind die Nachfragen im Bereich Technologieförderung seit Beginn der Förderperiode anhaltend hoch, wie auch bei Messe/Außenwirtschaft und E-Business. Stabil sind sie bei der Markteinführung neuer Produkte und leicht rückläufig bei Betriebsberatung/Coaching. Dies lässt sich durch die nur einmalige Beratungsförderung innerhalb eines Jahres erklären. Durch die Herausforderungen an bzw. durch die "Wirtschaft 4.0" wurden die neuen Rahmenbedingen genannt, die derzeit mit Initiativen bzw. als daraus resultierende Aufgaben durch Bund und Länder gestartet wurden/werden müssen. So bspw. in Sachsen mit dem "Kompetenzzentrum zur Digitalisierung des Mittelstandes in Chemnitz" oder dem "Kompetenzzentrum Digitales Handwerk mit der HWK Dresden als 'Schaufenster Ost'". In diesem Zusammenhang wurden nochmals Förderprogramme der SAB genannt, welche die damit verbundenen Themen "Information/Beratung", "Prozesse/IT Sicherheit", "Innovationsfähigkeit/Technologietransfer", "Investition" und "Wissen" abdecken und dem Unternehmer helfen, die unausweichliche Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen mit einem geringeren finanziellen Kraftakt bewältigen zu können.

Mit aktuellen Informationen von Ellipsis durch den Geschäftsführer Dietmar Kunze als auch die Thüringer Niederlassungsleiterin Susann Hörl endete der BeraterKongress kurz nach 17 Uhr. Mit einigen Gesprächen an der Bar klang der Abend entspannt aus und weckte schon wieder die Vorfreude auf den nächsten BeraterKongress am 5. April 2017.

Björn Kunze


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