• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 02 / April 2016

    Ein Blick auf die verborgenen Schätze im Datenwust der Unternehmen (Teil 1)

    Die Folgewirkungen ungenügender Qualität von Artikelstammdaten sind nicht zu unterschätzen. Im Umkehrschluss kann eine Entflechtung der Ursache-Wirkungs-Beziehung zu signifikanten Einsparpotenzialen und Prozess- und Wertstromoptimierungen führen.

Wie auch in den Vorjahren stehen besonders kleine und mittlere Unternehmen in 2016 vor anspruchsvollen Herausforderungen, wie ständiger Marktanpassung der Produkte und der Produktion, der Bewältigung immer kürzerer Produktlebenszyklen und zunehmenden Kostendrucks auf die Produktentstehungsprozesse sowie begrenzter Ressourcen. Erschwerend kommt dazu, dass die meisten Produkte des deutschsprachigen Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Automobilindustrie hochkomplex und "sensibel" sind, sowie meist kundenindividuell unter Nutzung eines hohen Anteils an Kauf- und Normteilen sowie mechanischen, elektrischen und elektronischen Zulieferkomponenten einschließlich Software gefertigt werden. Das dabei zu beherrschende Volumen an Artikeln und Artikeldaten wächst permanent und ist immer schwieriger zu steuern.

Die Themen Datenqualität und speziell die Qualität der Artikeldaten sowie der Zusammenhang zwischen ungenügender Datenqualität und ungewolltem Wachstum der Artikelvielfalt sind in den produzierenden Unternehmen eher noch unbekannte Risiko- und Fehlerquellen (siehe Abb. 1). In der Regel werden deren Auswirkungen erst in Form von Zeit- und Qualitätsverlusten sowie Mehrkosten in Konstruktion, Einkauf, Arbeitsvorbereitung, Produktion, Lagerhaltung und Service erfasst und damit bewertet.

Eine Entflechtung der Ursache-Wirkungs-Beziehung und eine Schwachstellenbereinigung an der Quelle der Verluste, der Datenqualität, ermöglicht die Erschließung bisher nicht genutzter Einsparpotenziale und erweitert die Möglichkeiten zur Prozess- und Wertstromoptimierung erheblich. Als besonders effizienten und nachhaltigen Weg dazu, empfehlen die Autoren nach einer Vielzahl von praktischen Evaluierungen nachfolgendes individuell anpassbares Bausteinkonzept:

  • Verbesserung von Überblick und Transparenz über den Teilestamm durch Konzipierung und Anwendung von Ordnungs- und Beschreibungsprinzipien
  • Reduzierung der Teilestammgröße und des Teilestammwachstums • Verbesserung der Aktualität der Bewegungsdaten
  • Modifizierung und Optimierung der Stammdatenprozesse
  • Optimierung der Wertströme durch ergebnisorientierte Bündelung
  • Migration der Ergebnisse in die IT-Architektur und IT-Bedienoberflächen.

Dr.-Ing . habil. Werner Grahl, Dr.-Ing. Andreas Voigt

Ingenieurbüro Dr. Grahl
Dresdener Straße 189A
09326 Geringswalde

DR. VOIGT CONSULT
Hechtstraße 169
01127 Dresden

www.voigt.de


 

Abbildung: Folgewirkungen ungenügender Qualität von Artikelstammdaten

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