• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 01 / Februar 2016

    Notwendigkeit der Einführung digitaler Prozesse in KMU

    Die Wirtschaft steht vor einer gewaltigen Herausforderung. In bisher nicht gekanntem Tempo kommen Anforderungen in Form der Digitalisierung auf alle Unternehmen zu. Der Grad der Digitalisierung wird zukünftig die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens bestimmen.

Der derzeitige Stand weist aus, dass sich einige Unternehmen bereits intensiv mit diesen Aufgaben beschäftigen, andere diesem Thema noch keine große Bedeutung zuordnen. Dieser Anteil ist in Ostdeutschland besonders hoch, wo fast jedes zweite Unternehmen der Digitalisierung noch eher ein geringes Gewicht beimisst.

Teilweise liegt das an der Verkennung der tiefen Einschnitte und Auswirkungen, in die alle Unternehmensprozesse durch die Digitalisierung einbezogen werden. Andererseits ist in den Unternehmen auch nicht das notwendige Know-how vorhanden, um sich mit diesen Aufgaben zu beschäftigen. Beeinflusst wird die Situation auch vom intensiven Drängen zur Einführung von Industrie 4.0, die viele Unternehmen zusätzlich lähmt, weil hier oft der zweite Schritt vor dem Ersten gefordert wird.
 
Was kommt auf die Unternehmen zu?
 
Die Digitalisierung stellt alle Unternehmen vor gewaltige Transformationsprozesse. Die digitalen Möglichkeiten bestimmen bereits heute eine Vielzahl unserer Lebensbereiche. In sehr vielen Branchen existieren neue Anbieter, die das aktuelle Funktionieren von Prozessen und Marktmechanismen gänzlich auf den Kopf stellen. Sie stehen als internetbasierte Plattform und Service zur Verfügung. Ergebnis ist jedoch, dass diese sich zwischen dem bisherigen Anbieter und Kunden schieben und mit extremer Schnelligkeit derzeitige Geschäftsmodelle in Frage stellen. Diese Veränderungen können die neuen Anbieter ohne bedeutendes Startkapital, noch mit irgendeiner Rücksichtnahme auf bestehende Strukturen realisieren. Und die nächste Entwicklungsstufe, das "Internet der Dinge", steht bereits vor der Tür.
 
Um Handeln zu können, muss das Unternehmen vorbereitet sein. Oft agieren in den Führungsebenen erfahrene Führungskräfte, die jedoch nicht unbedingt als "Digital Natives" auffallen. Diese sitzen, wenn überhaupt, in Abteilungen, die wenig oder keinen Einfluss auf die Unternehmensstrategie und die Gestaltung der Geschäftsprozesse haben. Unternehmen benötigen jedoch vor allem Mitarbeiter, die den Herausforderungen der Digitalisierung gewachsen sind und über Wissen und Einfluss der eigenen Geschäftsprozesse verfügen.
 
In der von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägten Wirtschaftsstruktur in Ostdeutschland gibt es sehr deutliche Unterschiede in der Herangehensweise an die Aufgaben, die durch die Digitalisierung entstehen.
Hightech-Unternehmen sind aus der digitalisierten Welt entstanden und benötigen auf diesem Gebiet keine bzw. andere Unterstützung. Dagegen besteht beim traditionellen Mittelstand sehr wohl Bedarf bei der Analyse vieler Geschäftsprozesse, wenn auch in unterschiedlicher Form. Aber nicht nur dieser sieht sich Herausforderungen gegenüber. Auch Banken und Sparkassen, Energieanbieter, Medienunternehmen bis hin zum freiberuflichen Bereich müssen darauf vorbereitet sein. Derzeit gibt es mehr Fragen als Antworten.

Kernsätze zur Digitalisierung:

  • Digitalisierung muss zur Unternehmensstrategie passen und umgekehrt.
  • Digitalisierungstrends müssen erkannt und auf Anwendung im Unternehmen geprüft werden.
  • Digitalisierung steht im Kontext von Technologie und Technik zur Betrachtung digitaler Wertschöpfungsketten.
  • Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert.

Zur Digitalisierung gehören zwei Aspekte. Der Eine ist die Bereitschaft, Neues entstehen zu lassen und der Zweite ist die Flexibilität und Fähigkeit der Umsetzung. Diese sind Voraussetzung für die sechs Schritte, welche Grundlagen für die Digitale Transformation bilden können:

  1. Bewusstsein schaffen
    Wesentlicher Bestandteil innovativer Erfolgsmodelle sind die eigenen Mitarbeiter. Diese müssen von Beginn an einbezogen werden. Dabei sollen Chancen und Risiken deutlich angesprochen werden, um Angst vor Veränderungen zu minimieren.
  2. Geschäftsmodelle prüfen und entwickeln
    Alle Geschäftsmodelle und -prozesse müssen nach Digitalisierungsmöglichkeiten untersucht werden. Dabei ist alles zu hinterfragen, wobei das aktuelle Kerngeschäft nicht gefährdet werden darf. Hier sollte bereits mit externen Experten (Digital Natives, Marktspezialisten) zusammengearbeitet werden. Entwicklungen sind zusammen-zutragen und sind auf Realisierungsmöglichkeit und -dauer zu prüfen.
  3. Digitalisierungsstrategie gestalten
    Nach dem Erkennen von neuen Entwicklungen sind diese in die digitale Agenda einzuordnen. Langfristig muss sich diese in der Unternehmensstrategie wiederfinden.
  4. Umsetzungsprogramm erarbeiten
    Nach der strategischen Planung sind die Schritte zur Umsetzung vorzubereiten. Hier sind vor allem belastbare Projektpläne zu erstellen. Eine große Bedeutung kommt in diesem Abschnitt der Aktivierung von Mitarbeitern mit den geeigneten Fähigkeiten zu.
  5. Kommunikation und Change Management
    Kommunikation ist für den gesamten Prozess ein wichtiger Begleiter. Dadurch wird die Veränderungsbereitschaft im Unternehmen gestärkt. Flankierend können dabei Coaching, Training und Schulung wirken. Wichtigstes Element bleibt jedoch die kommunikative und organisatorisch klare Umsetzung der Projekte. Digitalisierung lässt sich nicht einfach herbeireden.
  6. Stetige Weiterentwicklung

 Digitalisierung ist ein stetiger Prozess. Dieser erfordert:

  • weitere Digitalisierung unter Einbeziehung externer Dritter
  • Geschäftsführung und IT-Manager können die Anforderungen nicht allein erfüllen
  • Prozesse müssen immer wieder hinterfragt werden

Aussagen von Unternehmern zeigen, dass ein relativ großes Problembewusstsein für den Megatrend Digitalisierung vorhanden ist. Gleichzeitig muss festgestellt werden, dass eine große Streuung im verfügbaren Know-how der einzelnen Unternehmen vorhanden ist. Deshalb müssen gerade die Vertreter des traditionellen Mittelstandes zielstrebig und nachhaltig unterstützt werden. Fachspezifische Veranstaltungen mit zu anspruchsvollem Hightech-Wissen erreichen die Vertreter dieser Branchen allerdings nicht.
 
Die Vorgehensweise sollte deshalb so organisiert sein, dass die Unternehmen rechtzeitig fachkundiges Know-how hinzuziehen. Hierfür steht Ellipsis gern zur Verfügung.


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