• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 09 / Dezember 2015

    Geschenke im Steuerrecht

    ... gehören zum Wirtschaftleben.

Geschenke sind alle unentgeltlichen Zuwendungen, die nicht als Gegenleistung für bestimmte Leistungen des Empfängers gedacht sind und auch nicht in unmittelbarem zeitlichen oder wirtschaftlichen Zusammenhang mit solchen Gegenleistungen stehen. Da die Zuwendung für den Beschenkten einen wirtschaftlichen Vorteil darstellen muss, fallen bloße Annehmlichkeiten, die den Empfänger nicht bereichern, nicht unter die Abzugsbeschränkung

Der Abzug von Geschenken als Betriebsausgabe ist steuerlich sehr begrenzt: Dem Grunde nach müssen sie zunächst betrieblich bzw. beruflich veranlasst sein.

Der Höhe nach dürfen selbst betrieblich veranlasste Geschenke an Personen, die keine Arbeitnehmer sind, nur abgezogen werden, wenn sie pro Jahr und Empfänger bei max. 35€ liegen. Auch wenn diese beiden Punkte erfüllt sind, scheitert der Abzug, wenn die Geschenkaufwendungen nicht einzeln und getrennt aufgezeichnet worden sind.

Erfassung beim Empfänger Wer als Unternehmer betrieblich veranlasste Geschenke erhält, muss diese als Betriebseinnahmen dem Grunde nach versteuern, auch wenn der Geber die Aufwendungen wegen Überschreitens der 35€ Grenze diese nicht als Betriebsausgabe abziehen kann. Für die Prüfung der 35€ Grenze, sind alle Geschenke eines Jahres an eine Person zusammenzurechnen. Ebenfalls in die Grenze einzubeziehen sind die Kosten für die Kennzeichnung als Werbeträger, nicht aber Verpackung und Versand.

Beim Arbeitnehmer gehören Geschenke und insbesondere Incentives i.d.R. zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Sachleistungen sind dabei mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort als geldwerter Vorteil der Lohnsteuer zu unterwerfen.

In besonderen Fällen ist eine Lohnsteuerpauschalierung mit  30% möglich.

Nicht zu versteuern sind folgende Zuwendungen:
Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmer oder seine Angehörigen aus besonderem Anlass (z.B. Geburtstag, Heirat, Geburt eines Kindes) bis zu einem Wert von 60€ brutto pro Geschenk; daneben kann der Arbeitgeber ohne jeden Anlass einmal im Monat Sachbezüge im Wert von 44€ brutto im Monat zuwenden (z. B. einen Geschenkkorb oder einen Warengutschein, der zum Bezug von Sachwerten berechtigt).

Pauschalversteuerung Unternehmer können Sachzuwendungen an Arbeitnehmer und Geschäftsfreunde bis zu einer Höhe von insgesamt 10.000€ brutto jährlich pro Empfänger pauschal mit 30% versteuern (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). In diesem Fall bleiben sie beim Empfänger außer Ansatz.

Hintergrund dieser Möglichkeit der Pauschalversteuerung ist die Tatsache, dass Zuwendungen an Arbeitnehmer und Nicht-Arbeitnehmer im Wirtschaftsleben immer mehr an Bedeutung gewinnen (vgl. u.a. VIP-Logen). Hierbei schwindet allerdings der Vorteil des Leistungsanreizes eines Arbeitnehmers bzw. die Motivation eines Geschäftspartners, wenn dieser die Zuwendung versteuern muss. Zudem bereitet die Frage nach der richtigen Bemessung der Steuer oftmals Probleme, insbesondere wenn - wie bei VIP-Logen - unterschiedliche Leistungen zugewendet werden (Werbung, Bewirtung, Geschenke). Mit der Pauschalierung werden sowohl diese Schwierigkeiten als auch die Unannehmlichkeiten für den Zuwendungsempfänger umgangen.

Streuwerbeartikel (Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis max. 10€) müssen nicht pauschal versteuert werden.

Steffi Krätzschmar
Wirtschaftsprüferin

KS auditing GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Sidonienstr. 1
01445 Radebeul

www.ks-berater.de


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