• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 07 / September 2015

    Instandhaltungsmanagement - Vorsorge ist besser als Nachsorge

    Die vorbeugende Wartung und Instandhaltung bildet die Basis für den rechtssicheren und kosteneffizienten Betrieb technischer Anlagen. Je komplexer die Automatisierung der Anlagen, desto mehr Zeit erfordert die qualitätsgerechte Wartung und Instandhaltung. Die Anforderungen an die Zuverlässigkeit der eigenen Arbeit im unternehmensübergreifenden Produktionsprozess sind ein wichtiger Grund, Vorsorge zu betreiben anstatt hohe Ausfallkosten zu riskieren.

In der betrieblichen Praxis dominiert vielfach die ungeplante Instandhaltung. Die Ersatzteilwirtschaft wird vergangenheitsorientiert betrieben. Wartungen und Inspektionen werden vernachlässigt. Eine Störungserfassung wie auch die Schwachstellenanalyse und -behebung fehlen oftmals völlig. Viele Schwächen sind auf die unzureichende Unterstützung der Instandhaltung durch die Logistik, ergänzt durch die modernen Informations- und Kommunikationstechniken zurückzuführen.

Folgende Punkte zeigen, wie eng verknüpft die Bereiche Logistik und Instandhaltung sind:

  • Die Prozessdauer wird durch zunehmende Produktivität der Prozesse immer kürzer. Die Produktionsanlagen werden komplexer. Aufgrund dieser Komplexität nimmt die Ausfallwahrscheinlichkeit zu und durch die hohe Produktivität haben Anlagenstillstände auch entsprechend schwerwiegende Folgern Hinzu kommt, dass durch die schnell laufenden Arbeitsprozesse und den beschleunigten Materialfluss weniger Zeit für Instandhaltungs- oder Anlagenverbesserungsmaßnahmen zur Verfügung steht.
  • Je exakter geplant wird und je mehr Details schon in der Planungsphase festgelegt werden, desto schwerwiegender wirken sich Zufallsausfälle aus und machen genaue langfristige Planungen zunichte.
  • Viele Ausfälle, Kostensteigerungen und Terminüberschreitungen werden durch mangelhafte Instandhaltung und/oder das Fehlen benötigter Informationen und Materialien hervorgerufen.
  • Bisher erfolgte die Absicherung gegen die vielen Risiken primär durch eine Erhöhung der Bestände und Kapazitäten und nicht durch eine Straffung der Prozesse und Sicherung der Verfügbarkeit bei reduzierten Beständen.

Durch die Komplexität der Anlagen, den technischen Fortschritt, die kürzeren Produktlebenszyklen und die neuen Anforderungen an Produktivität und Flexibilität einer Anlage haben sich die Aufgaben der Logistik und der Instandhaltung ebenfalls geändert. Um die Logistik- und Instandhaltungskosten durch Strategien, die ohne Rücksicht auf die jeweilige individuelle Anlagensituation auf alle Anlagen angewendet werden, nicht unnötig zu erhöhen, ist jede Instandhaltungsmaßnahme individuell zu planen und erfordert eine spezielle Kombination von Material, Testgeräten, Werkzeugen, Maschinen und Personal.

Für jedes Instandhaltungsobjekt müssen Faktoren wie Sicherheits- und Umweltanforderungen, Abnutzung, Erkennbarkeit von Schäden, Verlauf der Ausfallrate etc. berücksichtigt werden. Es stellt sich die Frage, wie ein Unternehmer Maßnahmen umsetzen kann, die die Effizienz und Transparenz im Instandhaltungs- und Logistikbereich in seinem Unternehmen widerspiegeln. Der Markt bietet dazu viele Softwarelösungen an.

Quelle: "Instandhaltungslogistik: Qualität Produktivität steigern", Prof. Kurt Matyas, 5. Auflage, 2013, Carl Hanser Verlag

Norbert Graube
Geschäftsführer

www.iwisQM.de

NG Softwareentwicklung.Beratung.Service
Hermann-Löns-Str. 7
09376 Oelsnitz


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