• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 12 / Dezember 2014

    Sächsischer Meilenstein 2014

    KEP GmbH Profiküchen, KET Kirpal Energietechnik GMbH Anlagenbau & Co. KG, saXcare GmbH und Dachdeckermeister Felix Jäckel haben die Unternehmensnachfolge erfolgreich abgeschlossen - und sie wurden dafür ausgezeichnet.

Der "Sächsische Meilenstein – Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge" wurde Anfang November in Chemnitz verliehen. Bereits zum vierten Mal ehrte die Bürgschaftsbank Sachsen GmbH (BBS)/Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) Betriebe, die eine gelungene Übergabe organisiert haben. Auch in diesem Jahr übernahm das Sächsische Wirtschaftsministerium (SMWA) die Schirmherrschaft.

Der Preis wurde in drei Kategorien vergeben: Für eine erfolgreiche familieninterne Unternehmensnachfolge prämierte die Jury die Firma KET Kirpal Energietechnik GmbH Anlagenbau & Co. KG aus Wermsdorf. In der Kategorie unternehmensinterne Nachfolge überzeugte die KEP GmbH aus Dresden, die zum Beispiel Krankenhäuser und Hotels mit Gewerbeküchen ausstattet. Dass auch eine unternehmensexterne Nachfolge gut gelingen kann, bewies die Chemnitzer saXcare GmbH, die im Bereich Orthopädie-, Rehabilitations- und Medizintechnik tätig ist. Zusammen mit der Auszeichnung konnten die diesjährigen Gewinner auch ein Preisgeld über jeweils 3.000 Euro in Empfang nehmen.

Der Sonderpreis der Jury ging an den Jungunternehmer Felix Jäckel aus Schirgiswalde-Kirschau. Mit nur 20 Jahren hatte er gelernte den Familienbetrieb vom Vater, der nach einer schweren Krankheit unerwartet früh verstorben war, übernommen. Der Sonderpreis ist mit 1.000 Euro dotiert.

"Auch in diesem Jahr war die Qualität der Bewerbungen sehr hoch. Vor allem aber zeigen unsere 33 Kandidaten, wie Unternehmen eine erfolgreiche Nachfolge gestalten können. Damit gelten sie als Vorbilder für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Generationen", sagte Markus H. Michalow, Geschäftsführer der BBS/MMG.

Seit dem Start des Wettbewerbs im Jahr 2011 hat eine Jury, in der unabhängige Vertreter aus Politik, Kammern und Hausbanken die Kandidaten prüfen, aus über 230 Bewerbungen die erfolgreichsten Nachfolgen gekürt. Bewerben konnten sich kleine und mittlere Unternehmen aus Sachsen, die in den vergangenen fünf Jahren eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge gemeistert haben. "Der Sächsische Meilenstein" setzt nicht nur ein Zeichen für unsere heimische Wirtschaft. Der Preis zeigt auch auf, wie wichtig es ist, den Übergabeprozess frühzeitig zu planen. Denn jede vierte Unternehmensnachfolge in Deutschland tritt unerwartet ein. Ohne Vorkehrungen kann das gravierende Folgen für den Betrieb und die Mitarbeiter haben. Wer sein Lebenswerk nicht gefährden will, kommt an einer langfristigen  und kontinuierlichen Planung des Unternehmensübergangs, die auch eine Notfallplanung einbeziehen sollte, nicht vorbei", erklärte Sven Morlok, zum Zeitpunkt der Auszeichnung Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Schirmherr des Wettbewerbs. Zudem betonte er, dass die kleinen und mittleren Unternehmen über 99 Prozent aller Betriebe in Sachsen ausmachen. "In über 1.000 sächsischen Unternehmen steht jedes Jahr eine Nachfolge an. Unser Bundesland braucht seine Unternehmen. Darum ist es wichtig, den Bestand nicht nur zu erhalten, sondern ihn auch in seinem weiteren Wachstum zu unterstützen."

Den Gewinner KEP – ein Unternehmen, das sich auf die Planung und den Aufbau von Großküchen spezialisiert hat – begleitete und beriet die IHK Dresden, und zwar sowohl den Übergeber als auch die Nachfolger bei der Übernahme: Barbara Jeschke hatte sich erst in letzter Sekunde für eine interne Unternehmensnachfolge entschieden. Bis vor zwei Jahren leitete sie zusammen mit Peter Horn die Geschäfte der KEP GmbH aus Dresden. Altersbedingt wollte Mitbegründer Horn aus dem Betrieb ausscheiden, nach einer langen Suche meinte Barbara Jeschke, einen guten Nachfolger für ihn gefunden zu haben. Doch dann hatte die Geschäftsfrau das Gefühl, dass der Bewerber nicht zu 100 Prozent in der Firma mitarbeiten wollte. Nach einer Gesellschafter-Versammlung fiel die Entscheidung, die Nachfolge aus den eigenen Reihen zu organisieren. In ihren Mitarbeitern Ronny Büttner und Jörg Westphal fand sie schließlich ideale Kandidaten, die mit ihr auf Augenhöhe die Geschäfte führen wollten. "Der Vorteil ist: Ich kenne beide schon aus der Firma. Es waren beide meine Wunschkandidaten", sagt Barbara Jeschke. Jörg Westphal kannte sie schon länger, Ronny Büttner entschloss sich mit nur 24 Jahren. Mitgesellschafter des Unternehmens zu werden. "Es war eine aufregende Zeit. Rückwirkend kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war", meint Ronny Büttner dazu.

Grit Fischer

Quelle: ihk.wirtschaft dresden 12/2014


Nach oben