• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 2 / März 2013

    Erbrecht: Warum jeder Unternehmer ein Testament braucht

    Ein Todesfall des Unternehmers kann dessen Familie vor eine enorm schwierige Situation stellen.

Sie sind Inhaber eines Unternehmens, führen lhre Firma und haben im Alltag viele Entscheidungen zu treffen. Sie sind verheiratet oder leben in einer nichtehelichen Partnerschaft und haben Kinder. Über Ihren Tod und die Fortführung Ihres Unternehmens sowie die Verteilung lhres Vermögens machen Sie sich noch keine Gedanken. Genau dies kann die wirtschaftliche Existenz Ihrer Familie gefährden. Ein Todesfall kann plötzlich die Familie eines Unternehmers vor eine enorm schwierige Situation stellen.

Was bedeutet ein Todesfall für das Unternehmen und die wirtschaftliche Situation der Familie?

Weit verbreitet ist der Irrtum, dass der Ehegatte gesetzlicher Alleinerbe wird. Nach dem deutschen Erbrecht erben vielmehr in der Regel mehrere Personen. Das können die Ehegatten und die Kinder sein. Haben Sie keine Kinder, erben sogar lhre Eltern. Das Unternehmen wird somit nicht von einer Person fortgeführt, sondern in seiner Existenz durch eine Erbengemeinschaft gefährdet. Sämtliche Erben müssen sich in allen Fragen des Unternehmens einigen. Häufig gelingt dies nicht. Bei minderjährigen Kindern kann das Familiengericht sogar ein Mitspracherecht haben. Das Unternehmen und die wirtschaftliche Situation der Familie wird gefährdet.

Wie kann ich das verhindern?

Sie sollten sich rechtzeitig über die Unternehmensfortführung im Todesfall Gedanken machen. Dies gilt auch für jüngere Unternehmer. Vor einem tödlichen Verkehrsunfall ist niemand geschützt. Durch die Errichtung eines Testamentes oder eines Erbvertrages können Sie lhre Familie absichern. Dies gilt auch für die Aufteilung lhres Privatvermögens. Bei der Errichtung eines Unternehmertestamentes sind neben den erbrechtlichen und familienrechtlichen Fragen immer auch gesellschaftsrechtliche Aspekte zu berücksichtigen.

Was muss ich bedenken?

Ein Testament oder Erbvertrag muss immer auf die individuelle Familiensituation abgestimmt werden. Die nachfolgenden Fragen sollte sich jedoch jeder Unternehmer stellen und diese sollten in jeder juristischen Nachfolgeplanung, ob in Form eines Testamentes oder eines Erbvertrages, beantwortet werden.

Wer soll mein Unternehmen fortführen?

Es ist ein Muss, die gesetzliche Erbfolge mit der Konsequenz von Erbengemeinschaften zu verhindern. Sie sollten sich daher - wenn möglich - für eine Person entscheiden, die das Unternehmen übernimmt. Dies kann der Ehegatte sein. Sehr häufig werden jedoch auch die Kinder bestimmt. Diese können auch bereits vor dem Erbfall, z. B. durch Poolverträge, in die Unternehmensführung einbezogen werden.

Wie sichere ich meine Kinder und/oder Ehepartner ab, die das Unternehmen nicht übernehmen?

Es gibt viele juristische Möglichkeiten eine gerechte Lösung innerhalb der Familie herbeizuführen. Denkbar ist z. B. die Anordnung von Vermächtnissen. Eine individuelle Vertragsgestaltung ist unausweichlich.

Was muss ich gesellschaftsrechtlich bei einer Testamentsgestaltung beachten?


ei jeder erbrechtlichen Gestaltung müssen etwaige gesellschaftsrechtliche Aspekte berücksichtigt werden. Welche Regelungen enthält Ihr Gesellschaftsvertrag? Soll Ihr Mitgesellschafter in die Nachfolgeplanung einbezogen werden? Diese und noch weitere gesellschaftsrechtliche Komponenten sind zwingend in eine umfassende Nachfolgeplanung einzubeziehen.

Rechtsanwältin Diana Wiemann-Große, Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Haas

Rechtsanwälte Pöppinghaus - Schneider - Haas
Maxstraße 8
01067 Dresden

www.rechtsanwaelte-poeppinghaus.de


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