• Ellipsis Newsletter / Ausgabe 1 / November 2012

    Wann kommt die E-Bilanz für die Unternehmen?

    Bis auf wenige Ausnahmen ist eine Abgabe der E-Bilanz bereits für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen, gesetzlich gefordert.

     

Die E-Bilanz wurde im Zuge des Steuerbürokratieabbaugesetzes, das mit Wirkung zum 1. Januar 2009 in Kraft trat, als Verstärkung der elektronischen Kommunikation zwischen der Finanzverwaltung und dem Steuerpflichtigen ausgebaut („Elektronik statt Papier“).

In diesem Zusammenhang hat der Gesetzgeber durch die Einführung des § 5b EStG eine rechtliche Grundlage zur Abgabe der sogenannten E-Bilanz geschaffen.

Danach sind Steuerpflichtige, die unter die Gewinnermittlungsvorschriften der §§ 4 Abs. 1, 5 oder 5a EStG fallen, verpflichtet, eine Handelsbilanz mit zugehöriger Gewinn- und Verlustrechnung nebst einer steuerlichen Überleitungsrechnung oder alternativ eine Steuerbilanz mit entsprechender steuerlicher Gewinn- und Verlustrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung zu übermitteln.

Dieser Datensatz muss zwingend im XBRL-Format (eXtensible Business Reporting Language) übermittelt werden. Die anschließende Übermittlung der E-Bilanz erfolgt mithilfe der von der Finanzverwaltung bereitgestellten Software „ERiC“ (Elster Rich Client).

Dies ist allerdings lediglich eine Schnittstelle, welche die zu übermittelten Datensätze validiert und zur Übermittlung zulässt, soweit zwingende Parameter erfüllt sind, die Software ist keine Hilfestellung zur Erstellung der E-Bilanz.

Die hierzu erforderliche Software ist durch den Steuerpflichtigen selbst bereitzustellen oder zu erwerben und entweder in die unternehmensindividuelle IT-Systemlandschaft zu integrieren oder als sogenannte Drittlösung außerhalb der IT-Systemlandschaft zu verwenden.

Zur Durchführung des Verfahrens der E-Bilanz hat das Bundesministerium der Finanzen ein (vorerst) finales Anwendungsschreiben und damit auch die zunächst geltende Kerntaxonomie sowie die finalen Spezial- und Ergänzungstaxonomien am 28.9.2011 amtlich veröffentlicht.

Bis auf wenige Ausnahmen ist eine Abgabe der E-Bilanz bereits für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen, gesetzlich gefordert. Die Abgabe in Papierform im Erstjahr wird allerdings seitens der Finanzverwaltung geduldet (sog. Nichtbeanstandungsregelung), so dass die erstmalige tatsächlich verpflichtende Anwendung des § 5b EStG für Wirtschaftsjahre gilt, die nach dem 31.12.2012 beginnen.

In Ausnahmefällen besteht für Unternehmen, die unter den sogenannten besonderen sachlichen Anwendungsbereich fallen (Betriebe gewerblicher Art, Betriebsstätten, steuerbefreite Körperschaften), eine gesetzliche Verpflichtung zur Übermittlung einer E-Bilanz erst für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2014 beginnen.

Was bedeutet E-Bilanz
  • Die Informationen zum Jahresabschluss sollen in einer wesentlich detaillierteren Gliederungstiefe bereitgestellt werden als es bisher bei der Abgabe von Steuererklärungen der Fall war.
  • Der Kontenrahmen der Unternehmen wird um einige Konten erweitert werden, damit die geforderten Zusatzinformationen bereitgestellt werden können, diese Zusatzinformationen sind überwiegend "davon" Positionen, welche bisher auch durch den Anhang nicht bereitgestellt wurden,
  • mithin hat die Finanzverwaltung mit Abgabe der E-Bilanz wesentlich schneller Überblick über die Unternehmensdaten.
  • Außenprüfungen können damit wesentlich effektiver durch die Finanzverwaltung vorbereitet werden.
Die Herausforderung für die Unternehmen

Da die E-Bilanz ein Schnittstellenthema im Unternehmen ist, müssen die unterschiedlichen Abteilungen des Unternehmens (Rechnungswesen-, Steuer- und IT-Abteilung) wesentlich besser verknüpft werden.

Für die Umsetzung ist die Erarbeitung einer Unternehmensstrategie notwendig:

  • Festlegung des Umfangs der Detaillierung,
  • Bestimmung von Verantwortlichkeiten,
  • Erstellung eines Zeit-/Projektplanes, Anpassung von Kontenplänen oder Eingriff in das bisherige Buchungsverhalten,
  • Entscheidung über unternehmensinterne Lösung versus Outsourcing an den Steuerberater
  • Eingliederung der Programmerweiterung in die bestehende Software, Schnittstelle mit der Lohnabrechnung oder dem externen Lohnbüro.

Das Wirtschaftsjahr 2012 bzw. das abweichende Wirtschaftsjahr 2012/2013 sollte daher als erste Testmöglichkeit für die Erstellung und die Abgabe einer E-Bilanz genutzt werden.

Abgabe einer E-Bilanz für den Schluss des Kalenderjahres heißt auch, Erstellung einer Eröffnungsbilanz nach der Taxonomie!

Beginnen Sie so zeitnah wie möglich mit der Verbuchung entsprechend E-Bilanz, damit die Umbuchungen zum Jahresabschluss nicht überhand nehmen und damit die Abschlusskosten.

Steffi Krätzschmar
Wirtschaftsprüferin

ks auditing GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
01445 Radebeul

www.ks-berater.de


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